
"Für die Stabilität und Anziehungskraft unserer Demokratie ist Ihre Entfaltung und Stärkung als Lebensform unabdingbar. Wir können und sollen nicht alles vom Staat, von Sicherungssystemen und Großorganisationen erwarten. Erst die Vielfalt der Freiheiten und Verantwortlichkeiten, Initiativen und Engagements, Freiwilligkeit und Verpflichtungen - also eine verantwortungsbereite Bürgergesellschaft - halten das Gemeinwesen zusammen." - so die Worte der vier ehemaligen Bundespräsidenten in einer gemeinsamen Erklärung anlässlich der 50. Wiederkehr der Wahl des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss.
Der Forderung der vier ehemaligen Bundespräsidenten nach mehr gemeinschaftlicher Verantwortung wollten wir im Jahr 1998 mit der Gründung des gemeinnützigen und überparteilichen Kumulus e.V. Taten folgen lassen.Seither haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, dass gesellschaftliche und kulturelle Leben mit Projekten und Aktionen zu fördern und ein gutes Beispiel einer verantwortungsbereiten

Bürgergesellschaft zu sein. Der Kumulus e.V. soll den Willen von jungen engagierten Bürgerinnen und Bürgern zum Ausdruck bringen, nicht nur über gesellschaftspolitische und kulturelle Probleme kritisch zu reflektieren, sondern den Worten mit eigenen Aktionen Taten folgen zu lassen. Diese sollen den Finger sowohl auf wunde Punkte legen, als auch Lösungsmöglichkeiten vorzuschlagen versuchen. Uns geht es darum, eine verantwortungsbereite Bürgergesellschaft nicht nur zu fordern, sondern sie zu leben. Nur wer handelt, kann auch mitreden.
Unsere Mitglieder bilden eine sehr heterogene Masse von unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Lebensläufen. Auf diese Weise werden vielfältige Ansichten, Kenntnisse und Meinungen in den Verein eingebarcht. Dies birgt ein sehr hohes Potenzial bei der Entwicklung von Projektideen und der Lokalisierung von gesellschaftlichen Brennpunkten.

Immer wieder werden zudem Experten aus den jeweiligen Problemfeldern eingeladen, um die eigenen Ansichten und Meinungen kritisch auf den Prüfstand zu stellen. Nur der direkte Austausch mit den Beteiligten und Betroffenen ermöglicht die Entwicklung guter und sinnvoller Projektansätze.
In den vielen Jahren seit dem Bestehen des Kumulus e.V. hat sich ein eingespieltes Netzwerk für die Umsetzung von Projekten herausgebildet. Die Arbeitsweise erfolgt prinzipiell projektbezogen. Der Verein ist gemeinnützig und überparteilich und wird über die Projekte hinaus von keiner Institution oder Organisation unterstützt.Auch die Arbeitsweise erfolgt direkt über die Projekte. Organisiert über wechselnde, sich

vernetzende Projektteams, steht dem Kumulus e.V. eine effiziente, flexible und schlagkräftige Handlungsstruktur zur Verfügung. Der Weg von der Idee zur Umsetzung läuft im ersten Schritt über Mitgliedertreffen, wo potenzielle Ansätze und Ideen auserkoren werden. Es folgt das Erarbeiten eines Exposés mit einer einhergehenden Projektreifung und Ideenüberarbeitung. Bei einem erneuten Mitgliedertreffen wird dann über die Umsetzung des Projektes unter Festlegung des finanziellen Rahmens entschieden, anschließend wird ein Projektteam eingesetzt. Diesem obliegt nun die Aufgabe, das Projekt zu verwirklichen und während seiner Umsetzung zu begleiten und zu betreuen.

Ein Projektteam besteht minimal aus fünf Personen, maximal bestand ein Projektteam bislang aus 32 Personen. In jedem Team gibt es eine Leiterin/einen Leiter, die/der die Koordination innerhalb des Teams übernimmt. Zur Gestaltung der Projekte wie zur Projektkoordination werden neueste Informations- und Kommunikationstechniken eingesetzt. Abhängig von den verschiedenen Inhalten der Projekte und dem damit verbundenen Arbeitsaufwand, kann sich das Projektteam zudem außenstehender Netzwerke bedienen, um einzelne Aufgaben bei der Umsetzung und Realisierung zu delegieren. In regelmäßigen Abständen finden persönliche Gespräche über den Umsetzungsstand der Projekte zwischen dem Projektteam und den Mitgliedern statt. Ergänzend werden schriftliche Zwischenberichte vorgelegt. Maßgabe allen Handelns ist der Anspruch, hohe und professionelle Qualität in die Realisierung der Projekte zu legen.
Das Festlegen vorheriger Qualitätsstandards und die Evaluation hinsichtlich der Zielerreichung gehören zum Selbstverständnis der Projektarbeit. Referenzen hat sich der Verein auf diese Weise bei der Umsetzung bundesweiter Schulprojekte und im Kulturmanagement erarbeiten können. weit reichende Erfahrungen konnten auch bei dem Einsatz von Arbeitsgruppen zur Entwicklung von didaktischem Begleitmaterial gesammelt werden, ebenso wie bei eigenen organisierten bundesweiten Lehrerfortbildungsseminaren.
Der Kumulus e.V. wurde am 31.08.1998 gegründet. Die eigentliche Gründungsgeschichte jedoch beginnt schon Mitte der achtziger Jahre: Die Gründungsmitglieder selbst stammen nämlich alle von einer Schule – der "Gabriele-von-Bülow Oberschule" in Berlin-Reinickendorf.

Als „Gruppe engagierter Querdenker mit Idealen“, bezeichnete uns einmal unser ehemaliger Schulleiter in einem Zeitungsinterview. Gebildete Freundschaften seit der Schulzeit blieben über das Studium hinaus in der Berufswelt bestehen und bildeten die Grundlage für ein gemeinsames Handeln. Motivierend für die Gründung war zudem die in regelmäßigen Abständen erscheinende Shell-Jugendstudie.

Speziell jene aus dem Jahr 1997 untersuchte politische Einstellungen der Jugendlichen und stellte die Frage nach der „Politikverdrossenheit der Jugend oder Jugendverdrossenheit der Politik?“. Fragen, die den einen Tag in den Medien auftauchen und den anderen Tag schon wieder verschwinden. Fragen, zu denen wir Antworten suchen wollten, da wir uns mit einem kurzen Aufschrei in den Medien nicht zufrieden geben wollten.
